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Dr. med. dent. Christoph Hembach
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Fax.: (02421) 4 28 24
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Gesundheitsnews



Junge Zahnärztinnen und Zahnärzte wollen in die Patientenversorgung
Neue Studie des IDZ zu Berufsansichten des zahnärztlichen Nachwuchses

Nahezu 90 Prozent der jungen Zahnärztinnen und Zahnärzte kommen nach ihrem Studium in der Patientenversorgung an. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ). Demgegenüber liegt der Anteil berufstätiger Medizinerinnen und Mediziner an der ärztlichen Versorgung aktuell bei etwa 70 Prozent.

Die Niederlassung in eigener Praxis ist für viele weiterhin das Ziel ihrer zahnärztlichen Berufsausübung. Dafür nehmen sie sich jedoch mehr Zeit als frühere Generationen und zeigen sich bereits zum Berufsbeginn ausgesprochen fortbildungsaffin. Das liegt auch daran, dass viele Befragte sich kurz nach dem Studium noch nicht ausreichend auf die (betriebswirtschaftlichen) Erfordernisse in der Praxis vorbereitet fühlen. Auch die zunehmende Bürokratielast und die Ökonomisierung des Gesundheitswesens machen den Start in das Berufsleben nicht einfacher. Daher bilden sich junge Zahnärztinnen und Zahnärzte vor ihrer Niederlassung intensiv fort und bereiten sich zielgerichtet auf neue, künftige Versorgungsbedarfe vor. Das sind einige zentrale Erkenntnisse der Studie, die sich auf wissenschaftlicher Basis mit den beruflichen Erfahrungen, Wünschen und Sorgen junger Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland befasst.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Es zeichnet sich keine Mainstream-Bewegung in Richtung Großstädte und Metropolen ab. Viele junge Zahnärztinnen und Zahnärzte wollen in ihre Heimatregion zurück und dort ihre berufliche Existenz aufbauen. Das kann durchaus auch das „platte Land“ sein. Dennoch deutet sich in manchen ländlichen Regionen an, dass es hier zukünftig Probleme mit einer ausreichenden zahnärztlichen Niederlassung geben könnte.

Viele Befragte verstehen sich zudem mehr als Teamplayer denn als Einzelkämpfer. Der Wunsch nach einer kooperativen Berufsausübung ist demnach groß. Die Tendenz geht aber nicht in große und unüberschaubare Praxiseinheiten, sondern primär in mittelgroße Berufsausübungsgemeinschaften. In diesen Formen erscheint auch das Angestelltenverhältnis attraktiv – zumindest als zeitlich befristeter Start ins Berufsleben. Dabei spielen auch Überlegungen zur Work-Life-Balance eine Rolle.

Die Studie wurde von Dr. Nele Kettler, Referatsleiterin für Zahnärztliche Professionsforschung am IDZ geleitet. Die Ergebnisse liegen nun als Buchpublikation mit dem Titel „Junge Zahnärztinnen und -ärzte. Berufsbild – Patientenversorgung – Standespolitik“ vor. Die Veröffentlichung legt den Schwerpunkt sowohl auf Fortschreibungen bisheriger Berufsbilder, als auch auf den Wandel durch künftig veränderte Versorgungsstrukturen. Sie fasst die Ergebnisse mehrerer Befragungen und Analysen in Schlussfolgerungen und Empfehlungen pointiert zusammen.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) als Trägerorganisationen des IDZ unterstützen junge Zahnärztinnen und Zahnärzte bereits seit vielen Jahren auf ihrem Weg in die freiberufliche Selbstständigkeit und werden auf Grundlage der vorliegenden Untersuchungsergebnisse ihre Bemühungen weiter intensivieren - dies gilt für die Förderung von standespolitischem Engagement wie auch für die Stärkung des Wertes der Freiberuflichkeit. BZÄK und KZBV wollen das Professionsverständnis und damit auch den ethischen Aspekt zahnärztlicher Tätigkeit dabei noch stärker in den Fokus rücken.



IDS 2021: mit proDente on stage!
IDS 2021: mit proDente on stage!

An allen Tagen der diesjährigen IDS präsentiert proDente ein spannendes Bühnenprogramm. Die Beiträge stellt die Initiative tagesaktuell in ihren Social-Media-Kanälen online. Der proDente-Messestand befindet sich in Halle 11.2 Stand P68.

„Dem hybriden Messekonzept der IDS folgend, wird proDente ein umfangreiches Informationsangebot vor Ort aber vor allem digital anbieten“, stellt Dirk Kropp, proDente Geschäftsführer das neuartige Messekonzept der Initiative vor.
Mittwoch: Erklärfilme für Patienten

proDente stellt Mittwoch drei neue Animationen vor. Sie behandeln „Zähneputzen“, „Zahnkrone“ und „Zahnfüllungen“. Erstmals hat die Initiative eine Animation in zwei Fassungen produziert. Eine alternative Version nutzt im O-Ton und im Untertitel die leichte Sprache. proDente kooperiert dafür mit Special Olympics. Special Olympics Deutschland (SOD) ist die deutsche Organisation der weltweit größten, vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. proDente unterstützt Special Olympics mit Inhalten für Gesundheitsseiten im Netz. Unter https://leichtesprache.specialolympics.de/gesundheits-programm/gesund-im-mund/ finden Menschen mit Handicap leicht zugängliche Informationen über gesunde Zähne. Auch proDente stellt erstmals barrierearme (barrierefrei) Seiten über gesunde Zähne zur Verfügung. Eine spezielle Landing-Page unter prodente.de wird anlässlich der IDS veröffentlicht.
Donnerstag: Journalistenpreis „Abdruck“

Am Donnerstag verleiht die Initiative proDente zum 16. Mal den Journalistenpreis „Abdruck“. Ausgezeichnet werden Fabian Franke (DIE ZEIT) in der Kategorie Print, Roland Krüger (DLF) und Vera Block (rbb) in der Kategorie Hörfunk, Dr. Jörg Wolf (SWR) in der Kategorie TV und das Format FUNK/Saarländischer Rundfunk in der Kategorie Online. Die Jury entschied sich zudem für zwei weitere besondere Erwähnungen: Die Sendung mit der Maus zu ihrem 50-jährigen Jubiläum und ihrem stetigen Einsatz für gute und unterhaltsame Informationen. Die Jury ehrt auch Andreas Odrich für seinen Einsatz zur Zahnbehandlung geflüchteter Menschen.
Freitag: Fotowettbewerb „Trigger“

Am Freitag zeichnet proDente Fotografen aus. Via Instagram hatte die Initiative den Fotowettbewerb „Trigger“ ins Leben gerufen. Es geht um Zähne, Zahngesundheit und Zahnersatz. Die Initiative prämiert drei Beiträge.
Samstag: Show zum Tag der Zahngesundheit

Mit einer kurzen Show zum Tag der Zahngesundheit beendet proDente am Samstag die IDS in Köln. Im Mittelpunkt stehen die vielfach unbekannten Erkrankungen, die durch eine unbehandelte Parodontitis beeinflusst werden. Mit Hilfe einer Straßenumfrage transportiert proDente das Thema.



Uniklinikum Würzburg: Neue Vordenkerin in der Parodontologie
Seit April 2021 dieses Jahres ist Yvonne Jockel-Schneider Juniorprofessorin für Parodontale Medizin der Uni Würzburg.

Privatdozentin Dr. Yvonne Jockel-Schneider wurde mit Wirkung vom 21. April 2021 zur Juniorprofessorin für Parodontale Medizin an der Universität Würzburg ernannt. Zuvor war sie Oberärztin im Team von Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf. Der Leiter der Abteilung für Parodontologie am Uniklinikum Würzburg (UKW) ging Ende September vergangenen Jahres in den Ruhestand. Die gebürtige Duisburgerin begann ihre zahnmedizinische Karriere als Studierende an der Universität Münster. „Schon damals war ich beeindruckt von der inspirierenden Atmosphäre des Wissenschaftsbetriebs und entwickelte so den Wunsch, nach dem Abschluss des Studiums im universitären Umfeld forschend und lehrend tätig zu sein“, erklärt Prof. Jockel-Schneider und fährt fort: „Um die Studierenden auch in den klinischen Ausbildungskursen wirklich kompetent unterstützen zu können, wollte ich jedoch zunächst praktische Erfahrungen im zahnärztlichen Alltag sammeln“. Deshalb arbeitete sie nach ihrem Staatsexamen im Jahr 2005 rund eineinhalb Jahre lang als Vorbereitungsassistentin in einer niedergelassenen Frankfurter Zahnarztpraxis. Eine Zeit, die für ihre spätere Spezialisierung auf dem Gebiet parodontaler Erkrankungen entscheidend war. „In der Praxis sieht man erst, wie viele Menschen chronische Entzündungen im Mund aufweisen, welche Auswirkungen dies auch auf ihre allgemeine Gesundheit haben kann und wie stark sich hierdurch oftmals ein lebensbeeinträchtigender Leidensdruck entwickelt“, schildert die Professorin.

Gleich zu Beginn eine große Studie betreut

Im November 2007 nutzte sie die Gelegenheit einer ausgeschriebenen freien Stelle und startete als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Parodontologie am UKW. Prof. Schlagenhauf betraute sie gleich zu Beginn als Prüfärztin mit der Betreuung der Würzburger Kohorte einer großen klinischen Multicenterstudie, die sie mit hohem persönlichem Einsatz erfolgreich durchführte. „Die Mitarbeit in dieser Studie weckte in mir eine Freude an wissenschaftlicher Arbeit, die mich seither nicht mehr losgelassen hat. Umso dankbarer bin ich Prof. Schlagenhauf für das damals in mich gesetzte Vertrauen“, betont Yvonne Jockel-Schneider. Ihre heutigen Forschungsschwerpunkte spiegeln das aktuelle Verständnis von Parodontitis als Folge einer pathologisch erhöhten systemisch-internistischen Entzündungslast wider. „Parodontitis ist nicht primär ein Problem mangelhafter Mundhygiene. Wir wissen mittlerweile, dass Parodontitis mit vielen anderen chronisch-entzündlichen Allgemeinerkrankungen assoziiert werden kann. Deshalb versuche ich, Therapieansätze zu finden, die nicht unbedingt nur auf den Mund fokussiert sind. Es geht also nicht darum, die Zähne ‚noch sauberer‘ zu machen, sondern entzündungsförderliche systemische Ursachen zu finden und zielgenau zu behandeln“, umreißt die Wissenschaftlerin. Dazu kooperiert sie in ihrer Forschung mit Expert*innen etlicher anderer medizinischer Fachbereiche, wie zum Beispiel Kardiologie, Mikrobiologie, Nephrologie, Hepatologie und Psychologie.

Mit Mut neue Sichtweisen verfolgen

Neben viel Fachwissen lernte sie von Prof. Schlagenhauf, mit Mut neue, interdisziplinäre Wege zu gehen. Deshalb sind für sie unter den vielen wissenschaftlichen Preisen und Auszeichnungen ihrer bisherigen Karriere jene besonders wertvoll, die von Fachgesellschaften anderer Disziplinen vergeben wurden – wie beispielsweise der Young Investigator Award der Gesellschaft für arterielle Gefäßsteifigkeit (DeGAG) im Jahre 2014. In der nationalen Forschungslandschaft genießt Prof. Jockel-Schneider eine besondere Sichtbarkeit bei innovativen Ansätzen zur ursachengerichteten Therapie parodontaler Entzündungen durch die gezielte Umstellung der Ernährung und den Einsatz von Prä- und Probiotika. International ist sie zudem für ihre Forschungen zu den Zusammenhängen zwischen parodontaler und vaskulärer Gesundheit bekannt.

Lehre mit dem Blick über den Würzburger Horizont

Neben der Wissenschaft ist der Juniorprofessorin auch die Lehre ein großes Anliegen. So erprobte sie gemeinsam mit den Studierenden im aktuellen Sommersemester die Nutzung neuer digitaler Online-Lehrformate. „Wir bieten unseren Studierenden eine zusätzliche Online-Plattform an, auf der renommierte Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland Lehrvideos zu ihren parodontologischen Spezialgebieten bereitstellen. So haben unsere angehenden Zahnmedizinerinnen und -mediziner die Chance, schon früh die Gelegenheit, eine Vielfalt an manchmal auch deutlich divergierenden Lehrmeinungen kennenzulernen und so den Blick über den Würzburger Tellerrand heben zu können“, beschreibt Jockel-Schneider. In Vorlesungen und Seminaren können dann die verschiedenen Therapieansätze diskutiert und verglichen werden.

Breites therapeutisches Angebot

Neben ihrem Einsatz in Forschung und Lehre wird die Zahnmedizinerin auch in Zukunft der klinischen Tätigkeit treu bleiben und weiterhin selbst parodontal Erkrankte in der Ambulanz der Parodontolologie behandeln. Sie verdeutlicht: „Wir sind die Anlaufstelle für die Behandlung komplexer parodontaler Behandlungen, wie zum Beispiel für junge Menschen mit rasch fortschreitenden Formen der Erkrankung. Daneben liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit systemischen Erkrankungen – wie beispielsweise Rheumatoide Arthritis, Herz-Kreislauferkrankungen, Nieren- und Lebererkrankungen, Hauterkrankungen oder Depressionen – in Verbindung mit parodontalen Entzündungen.“ Das etablierte Würzburger Konzept mit neuartigen Therapieansätzen, wie Ernährungslenkung, gehören ebenso zum Behandlungsspektrum, wie die Korrektur parodontaler Hart- und Weichgewebsdefekte mit minimalinvasiven Operationstechniken. Neu aufgebaut wird im Verbund mit den anderen Abteilungen der Zahnklinik der Sektor Seniorenzahnmedizin.

Akademische Karriere auch als Mutter möglich

Last but auf keinen Fall least ist Yvonne Jockel-Schneider auch Mutter von zwei Töchtern im Alter von vier und acht Jahren. Dass es möglich war und ist, eine akademische Karriere und die Ansprüche einer Familie unter einen Hut zu bekommen, hat aus ihrer Sicht mehrere Gründe. Neben ihrer eigenen hohen Einsatzbereitschaft und der guten Arbeitsteilung mit ihrem Ehemann spielte dabei die Frauenförderung der Universität Würzburg eine wichtige Rolle. Jockel-Schneider: „Insbesondere die damit verbundenen Stipendien ermöglichten mir den erforderlichen Freiraum für wissenschaftliches Arbeiten.“